Krakau mit Kindern – Tipps für einen spannenden Städtetrip

Krakau mit Kindern – Tipps für einen spannenden Städtetrip

(Reisebericht mit persönlichen Empfehlungen, alles selbst bezahlt)

 

Ein Städtetrip mit Kindern. Mit einem Grundschul- und einem Kindergartenkind. Geht das? Das haben wir ausprobiert. Nachdem wir vor den Kindern regelmäßig übers Wochenende uns unbekannte Städte entdeckt haben, sollte es nun nach Krakau gehen. Ganz unbekannt war uns diese Stadt allerdings nicht. Ich habe dort zwei Semester meines Studiums verbracht. Auch wenn das nun doch schon ein paar Jahre her ist…

Zwei Tage, eine verlorene Mützen und viele Eindrücke

Die Kinder waren entsprechend aufgeregt. Sie sollten das erste Mal fliegen und freuten sich auf die Stadt, von der ich ihnen schon ab und zu mal erzählt hatte. Leider flogen wir erst abends, so dass wir recht spät in Krakau ankamen. Unser Quartier war allerdings nur 4 Straßenbahnstationen vom Hauptbahnhof (Dworzec Główny) entfernt. Nach einem kurzem Sprint saßen wir dann auch in der richtigen Linie. In selbiger vergaß der Große dann aber seine Mütze. Nach ein paar Tränen an der Haltestelle konnten wir aber dann doch schließlich die vielen Stufen zur Unterkunft hinaufsteigen und müde und geschafft in die Betten fallen.

 

Blick vom Wawel auf die Weichsel

 

Der erste Tag: Wo ist der Drache?

Wir starteten den Tag mit einem reichhaltigen Frühstück in Kazimierz dem alten jüdischen Viertel, um dann den Aufstieg zum Wawel zu wagen. Geplant war auch ein Aufstieg auf den Turm, leider war der geschlossenen, so dass wir “nur” in die Drachenhöhle hinab stiegen. Dort hauste den Erzählungen nach der Smok Wawelski und eine Statue am Fuße des Wawelfelsen erinnert noch heute an ihn. Und UWAGA: er speit Feuer!

Der Waweldrache am Fuße des Wawel

 

Der zweite Tag: Wo sind die Tauben?

Am zweiten Tag führte uns die Tram in die andere Richtung der Stadt: Wir wollten die Altstadt entdecken und machten uns auf den Weg zu einem der größten Marktplätze in Europa: den Rynek. In seiner Mitte findet man die Tuchhallen, in die man unbedingt einen Blick werfen sollte. Weitaus interessanter waren für unseren kleinen Sohn allerdings die Tauben und Pferdekutschen auf dem Marktplatz. Welch eine Freude als er sie entdeckte und endlich “jagen” konnte – also die Tauben.

Tauben jagen auf dem Rynek

 

Rynek mit Blick auf die Tuchhallen

Ebenfalls auf dem Marktplatz befindet sich die Marienkirche – eines der vielen Wahrzeichen der Stadt und vor allem für ihren Hoch-Altar von Veit Stoß bekannt. Die Kirche besitzt zwei Türme, in Ihrem Nordturm wird zu jeder vollen Stunde die Glocke geläutet und ein Türmer spielt das Trompetensignal Hejnał in alle vier Himmelsrichtungen und bricht jedesmal plötzlich ab. Wieso? Damit wird an einen Tatarenangriff im 13 Jahrhundert erinnert, bei dem der Legende nach der damalige Trompeter während des Blasens durch einen Pfeil getötet worden sei.

Der historische Stadtkern von Krakau ist von einem grünen Parkgürtel umgeben – den Planty. Ein Spaziergang entlang dieser Parkanlage ist wunderschön. Darin versteckt findet man auch einen kleinen Spielplatz “Wilde Planty”. Eher für jüngere Kinder gedacht, aber unser großer Sohn hatte auch Spaß. Die Planty wurden übrigens im 19. Jahrhundert anstelle der alten Stadtbefestigung angelegt. Einen weiteren Bestandteil des alten Verteidigungssystems der Stadt kann man heute noch besichtigen: die Barbakane. Diese alte Rondellanlage eignet sich auch für eine Besichtigung mit kleinen Kindern, da sie nicht sehr groß, aber dennoch spannend ist.

Spielplatz “Wilde Planty”

 

Barbakane

 

Am Abend führte unser Weg nochmals in das Herz der Stadt. Der Rynek hat dann ein ganz besonderes Flair: Es wird wuselig, alle machen sich für die Abendgestaltung bereit, warten auf eine Verabredung oder machen noch ein paar schnelle Besorgungen. Für uns ging es dann am nächsten Morgen schon wieder nach Hause und für euch habe ich nun abschließend noch ein paar Fakten und Tipps zusammengefasst. Vielleicht habe ich ja eure Neugier auf diese Stadt geweckt?

Fakten und Tipps

Anreise

Wie schon erwähnt sind wir mit dem Flugzeug angereist. Der Krakauer Flughafen wird von vielen Fluglinien angeflogen und ist in den letzten Jahren ausgebaut worden. Inzwischen verbindet ein Zug den Airport und die Stadt Krakau. Zu meinen Zeiten war das noch ein Omnibus und man sehr viel vom Stadtrand. Tickets können im Zug am Automaten oder bei den Zubegleiter_innen erworben werden.

Natürlich kann man aber auch per PKW, Bus oder Zug anreisen.

Unterkunft

Wir haben über Airbnb  eine kleine Wohnung zwischen Kazimierz und der Stary Miasto gefunden. In unmittelbarer Nähe zur einer Kreuzung und Straßenbahnhaltestellen. Das erwies sich auch sehr praktisch. Aber natürlich auch laut, das sollte man bedenken. Die Stadt ist laut. Es gibt viel Verkehr und selbst direkt untern Dach im 4. Stock spürt man das Ruckeln der Bahnen und Dröhnen der LKWs.

Währung

In Polen bezahlt man mit Złoty – Swote gesprochen (kurzes E und nicht Slotti.;-)) Der Umrechnungskurs liegt bei grob 1:4 und Wechselstuben (Kantor) gibt es überall in der Stadt. Mit Kreditkarte kann man aber auch fast überall bezahlen.

Sprache

Keine Angst, auch wenn man nicht polnisch spricht, kommt man in Krakau gut zurecht. Gerade die jungen Polen sprechen größtenteils Englisch. Ausschilderungen und Infotafeln gibt es wie in anderen europäischen Städten auch in der englischen Sprache. Aber auch wenn Polnisch eine eher schwierigere Sprache ist, helfen hier und da kleine Vokabeln: dzien dobry (guten Tag), do widzenia (auf Wiedersehen) und dziękuję (Danke!). Und przepraszam bedeutet Entschuldigung!

Öffentliche Verkehrsmittel

Um die Stadt zu entdecken, steigt man am besten in eine Straßenbahn. Infos zum Liniennetz findet man hier. Fahrtkarten kann man teilweise in den Straßenbahnen am Automat kaufen, häufig findet man dazu auch einen Hinweis auf den Fahrzeugen außen: automat bilet. An einigen Haltestellen gibt es ebenfalls Automaten. Außerdem kann man die bilety auch in diesen kleinen Kiosken kaufen, jedoch sprechen die Verkäufer kaum Englisch. Es gibt Einzelfahrkarten sowie auch 24 h Tickets für Kinder und Erwachsene. Kinder müssten erst ab dem 7. Lebensjahr bezahlen. Und Uwaga: es wird findet relativ häufig Fahrkartenkontrollen statt. Und zweites Uwaga: für ältere Menschen wird immer Platz gemacht.

Essen

Ich liebe ja das polnische Essen. Diese wunderbare Winterküche! Und wie habe ich die pierogi und zurek vermisst. Letzteres ist eine Art Sauerteigsuppe – klingt eklig, schmeckt wunderbar, gerade im Herbst und Winter. Meine Kinder konnten dem ganzen so gar nix abgewinnen. Wer sie aber ausprobieren möchte, dem empfehle ich einen Besuch der zahlreichen Milchbars (bar mleczny). Hier gibt es traditionelle polnische Küche mit Selbstbedienung, teilweise auch mit englischen Karten.

Gerade in Kazimierz gibt es schöne kleine Cafés und Restaurants, die zum entdecken einladen.

Ansonsten kann man sich inzwischen auch in Polen quer durch die Welt essen. Das hab ich aber selbst noch nicht ausprobiert, so dass ich die Qualität nicht einschätzen kann. Die großen Fast-Food-Filialien findet man aber auch.

Einkaufen

Wer Lust auf Shopping hat, dem sei das große Einkaufszentrum direkt am Hauptbahnhof empfohlen. Das ist wirklich riesig und viele Marken sind dort vertreten. Im Innenstadtbereich gibt es kleiner Geschäfte.

Lebensmittel kann man übrigens in Polen fast rund um die Uhr kaufen. Überall gibt es diese kleinen Läden (beispielsweise Carrefour Express oder Zabka), die so ziemlich alles anbieten: Obst und Gemüse, Milchprodukte, kleine Snacks, Drogerieartikel, Getränke und Bier. Andere alkoholische Getränke kann man da allerdings nicht kaufen, die findet man in Läden für Spirituosen: Alkohole.

Auschwitz und Birkenau

Der Besuch der ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau war bei unserem Aufenthalt mit unseren Kindern noch nicht relevant. Sie sind mit 4 und 7 Jahren natürlich noch viel zu klein für diese Thema. Sie wissen noch nichts von den Abscheulichkeiten des 2. Weltkrieges und des Holocausts. Ich kann aber allen, deren Kinder in dem entsprechenden Alter sind (mindestens 14 Jahre), raten dorthin zu fahren. Und ausreichend Zeit einzuplanen. Für Gespräche davor und vor allem danach. Der Eintritt ist frei, man sollte seinen Besuch allerdings hier anmelden, da die Besucheranzahl begrenzt ist und man ggf. längere Wartezeiten in Kauf nehmen müsste. Man kann individuell mit der Bahn anreisen (bis Oświęcim). In Krakau werden aber auch überall organisierte Fahrten angeboten.

 

 

 

 

 

 

 

 

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